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Deutsche Frauenhandball-Bundesliga kämpft um Professionalisierung: DHB kündigt Grundlagenvertrag

PannaGo Redactie 28 سبتمبر 2026 2 min read
Deutsche Frauenhandball-Bundesliga kämpft um Professionalisierung: DHB kündigt Grundlagenvertrag

Der Deutsche Handballbund hat den Grundlagenvertrag mit der Frauenhandball-Bundesliga gekündigt, um eine stärkere Professionalisierung zu erreichen. Trotz sportlicher Erfolge – wie dem WM-Silber – und gestiegener Zuschauerzahlen bleiben Gehälter und strukturelle Rahmenbedingungen weit hinter denen des Männerhandballs zurück. Viele deutsche Nationalspielerinnen weichen ins Ausland aus.

Schober kritisiert Entwicklungsstand der Liga

Der Deutsche Handballbund (DHB) hat seinen bis 2027 laufenden Grundlagenvertrag mit der Frauenhandball-Bundesliga (HBF) gekündigt. Grund ist die Unzufriedenheit mit dem Professionalisierungsstand der Liga. DHB-Vorstandsboss Mark Schober teilte mit, man sei "mit der Weiterentwicklung der HBF nicht einverstanden" und wolle nun gemeinsam neue Schritte zur Professionalisierung vereinbaren. Auch der frühere DHB-Vizepräsident Bob Hanning kritisierte die Situation deutlich und verglich den aktuellen Zustand der Frauenhandball-Bundesliga mit dem Frauenfußball von vor 25 Jahren.

Positive Entwicklung bei Zuschauern und Vermarktung

Trotz der strukturellen Probleme verzeichnet die HBF Erfolge bei der Zuschauermobilisierung. In der vergangenen Saison erreichte die Liga einen Bestwert von durchschnittlich 1.376 Zuschauern pro Spiel. Auch bei Livestream-Zahlen gab es Zuwächse. Mit dem Final4-Turnier in Stuttgart hat sich die Liga ein etabliertes Großevent geschaffen, und mit dem Namenssponsor Alsco konnte erstmals ein Hauptsponsor gewonnen werden. Sportlich profitierte der deutsche Frauenhandball vom Silber bei der Weltmeisterschaft im Vorjahr.

Gehälter: Das zentrale Problem der Bundesliga

Das größte Hindernis für die Professionalisierung liegt in den Gehältern. Während DHB-Männer in der Bundesliga monatlich oft mehrere Zehntausend Euro netto verdienen, erhalten Spielerinnen oft nur ein Zehntel davon – sofern sie überhaupt ein Gehalt beziehen. Viele sind gezwungen, neben dem Handball einen Nebenjob auszuüben. Nationalspielerin Jenny Behrend berichtete, dass sie noch einen Minijob für 556 Euro habe. Torhüterin Oliwia Kamińska vom Buxtehuder SV arbeitet parallel als Versicherungsfachfrau. Bundestrainer Markus Gaugisch wies darauf hin, dass Spielerinnen, die viele Stunden neben dem Handball arbeiten müssen, nicht die nötige Regeneration für Spitzenleistungen erreichen können.

Ausland lockt mit besseren Bedingungen

Die bescheidenen Rahmenbedingungen in Deutschland treiben viele Top-Spielerinnen ins Ausland. DHB-Torhüterin Katharina Filter und Viola Leuchter arbeiten in Dänemark, Emily Vogel in Ungarn, Nina Engel in Rumänien. Dort verdienen sie mehrere Tausend Euro netto monatlich – Gehälter, von denen deutsche Bundesliga-Spielerinnen nur träumen. Leuchter betonte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die größere "Wertschätzung und Sichtbarkeit" im Ausland. Engel beschrieb ihre neue Situation: Der Verein stelle täglich Mahlzeiten zur Verfügung, und die Professionalisierung sei "total" vorangekommen – sie müsse nicht mehr selbst kochen und könne sich vollständig auf Sport konzentrieren.

Strukturelle Hürden und mögliche Lösungen

Die HBF erklärt die finanzielle Schwäche auch mit fehlender öffentlicher Unterstützung: Während Ligen in anderen Ländern von staatlichen Zuwendungen profitieren, sei dies in Deutschland nicht der Fall. Auch die öffentliche Wahrnehmung bleibe "sehr ausbaufähig", was Vermarktungserlöse begrenzt. Der DHB prüft ein Modell, bei dem die Männer-Liga (HBL) die Vermarktung der HBF übernehmen könnte. Die HBF zeigt sich gesprächsbereit, falls alle Beteiligten profitieren. Die HBL reagiert zurückhaltender: Pressesprecher Oliver Lücke betont, dass "wesentliche Schritte" wie höhere Erlöse, Gehälter und Sichtbarkeit aus der HBF selbst kommen müssen – derzeit liegen zwischen den Profiligen der Männer und der Frauen "Welten".

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Source: Via Neue Westfälische (GNews)

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