City Football Group verkauft zwei Clubs nach Verlust von 292 Millionen Pfund: Ende des Multi-Club-Modells?

City Football Group, die Holding hinter Manchester City, hat in den vergangenen sechs Monaten zwei ihrer ausländischen Clubs verkauft: Mumbai City FC und Yokohama F. Marinos. Die Verkäufe folgen auf einen Verlust von 292 Millionen Pfund im letzten Geschäftsjahr und werfen Fragen zur Zukunft des Multi-Club-Modells auf, mit dem die Abu-Dhabi-Eigentümer jahrelang voranpreschen.
Von Kaufrausch zur sorgfältigen Abwicklung
Als Scheich Mansour Manchester City 2008 übernahm, war der Ansatz zunächst einfach: mehr Geld als die Konkurrenz ausgeben und die besten Spieler von Rivalen abwerben. Die Arsenal-Fans, die sahen, wie eine Reihe ihrer Topspieler das Emirates Stadium gegen das Etihad Stadium tauschten, können das bestätigen. Doch im Laufe der Jahre verfeinerte City ihre Strategie erheblich. Das Ziel wurde ehrgeiziger: die Schaffung der ersten echten multinationalen Fußballorganisation der Welt.
City Football Group: ein globales Netzwerk
2013, ein Jahr nach dem ersten Premier-League-Titel, wurde die City Football Group gegründet. New York City FC in der MLS war die erste Übernahme außerhalb Manchesters, gefolgt von Clubs auf jedem Kontinent außer Afrika. Die jüngste Übernahme war das brasilianische Bahia Esporte im Jahr 2023. Damals schien die Expansion kein Ende zu nehmen.
Mumbai und Yokohama als erste Dominosteine
Der Ton änderte sich schnell. Im Dezember 2025 verkaufte City Football Group Mumbai City FC, den Club, der unter Abu-Dhabi-Eigentümerschaft zweimal die indische Landesmeisterschaft gewann. Wenige Wochen später folgte der Verkauf einer zwanzigprozentigen Beteiligung an Yokohama F. Marinos, dem fünffachen japanischen Meister. Yokohama bleibt allerdings als Partnerclub verbunden. Zwei Verkäufe in so kurzer Zeit: für einige Kommentatoren ein klares Zeichen, dass das Multi-Club-Modell seine besten Tage hinter sich hat.
Experte: "Zu viele Bälle gleichzeitig in der Luft"
Fußballfinanzierungsexperte Professor Kieran Maguire ordnet die beiden Verkäufe unmissverständlich in den Kontext der finanziellen Realität ein. "Es war ein interessantes Experiment für City Football Group, hat aber keine Rendite gebracht", sagt Maguire und bezieht sich auf den Verlust von 292 Millionen Pfund, den die Holding im letzten Geschäftsjahr erlitt. "Sie scheinen sich jetzt wieder auf den Sport selbst zu konzentrieren. Sie hatten zu viele Bälle gleichzeitig in der Luft. Warum fünfzehn Prozent deiner Zeit in Mumbai und Japan investieren, wenn alle globale Aufmerksamkeit und Einnahmen aus Manchester City kommen? Das Multi-Club-Modell hatte interessante Vorteile, aber die meisten Investoren ziehen sich jetzt daraus zurück."
Ein breiterer Trend im Fußball
City Football Group steht damit nicht allein. In der Premier League sind in den letzten Jahren mehrere bemerkenswerte Misserfolge im Multi-Club-Modell sichtbar geworden, und dessen Attraktivität hat merklich nachgelassen. Investoren, die sich ursprünglich vom Erfolg Citys inspirieren ließen, wählten massenhaft das Modell wegen der geteilten Kosten, Synergien bei der Talentakquisition und der Risikoverteilung auf mehrere Clubs. Ob City Football Group weitere Verkäufe in Betracht zieht, ist noch unklar, aber der Kurswechsel ist unverkennbar eingeleitet.
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Source: Via Yardbarker (GNews)
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