Manor Solomon über seine Zeit bei Villarreal: 'Ein Teamkollege gab mir keine Hand und umarmte mich nicht nach einem Tor'

Manor Solomon hat offen über seine schwierige Zeit bei Villarreal gesprochen, wo der israelische Flügelspieler mit Hunderten von Hassnachrichten, verbalen Attacken von Anhängern und sozialer Ausgrenzung in der eigenen Kabine konfrontiert wurde. Der 26-jährige Außenspieler, der in dieser Saison leihweise für Fiorentina spielte und dabei 2 Tore und 2 Assists in Serie A und Conference League beisteuerte, kehrt im kommenden Sommer zu Tottenham Hotspur zurück, wo er bis 2028 unter Vertrag steht.
Von der Premier League ins Chaos nach Spanien
Der Wechsel zu Villarreal erwies sich bereits bei der Ankunft als Fehler. Solomon berichtete in einem Interview mit Sport 5, wie sein Transfer zu den Gelbschwarzen ablief: Am Ende des Transferfensters meldete sich Villarreal, es blieb keine Zeit für Zweifel, und er stimmte sofort zu. Doch vor Ort entpuppte sich die Realität als völlig anders als das, was er aus England gewohnt war. "Wenn du in England unterschreibst, werde ich sofort von der Pressereferentin angesprochen, vom Team Manager, vom Mannschaftsarzt — alle sind für dich da. In Spanien sprach niemand mit mir, außer dem Trainer, der Englisch konnte", sagte Solomon. Dass er letztendlich zurechtkam, verdankte er einem israelischen Mitarbeiter von Berater Pini Zahavi, der ihm bei den organisatorischen Dingen half. "Sonst hätte ich völlig allein dagestanden. Und wir sprechen hier von einem Club, der in der Champions League spielt."
Hunderte Hassnachrichten und Flaggen mit Blut
Die sportliche Enttäuschung war noch zu verkraften, doch was Solomon abseits des Platzes erleben musste, wog schwerer. Sobald seine Unterschrift unter dem Vertrag trocken war, fluteten die Hassnachrichten herein. "Dutzende, möglicherweise sogar Hunderttausende Nachrichten: 'Ich hoffe, du verbrennst', 'Ich hoffe, du stirbst' — auch adressiert an meine Frau", beschrieb der Angreifer. Bei einem Auswärtsspiel in Sevilla eskalierte die Situation beim Aufwärmen bei den Ultras völlig. Anhänger hielten eine Palästina-Flagge vor sein Gesicht und eine mit Blut beschmierte israelische Flagge. "Sie hörten keine Sekunde auf zu schimpfen." Solomon betonte, dass er bereit ist, seine Situation jedem zu erklären, der das möchte, aber nicht aus einer Haltung der Aggression heraus. "Wenn mich jemand danach fragt, erkläre ich es gerne."
Marokkanischer Teamkollege weigerte die Handschlag
Auch in der Kabine spürte Solomon die Spannungen. Ein marokkanischer Mitspiel weigerte sich, ihm die Hand zu geben und umarmte ihn nicht, wenn er ein Tor erzielte. "Das ist seine Entscheidung", sagte Solomon dazu, ohne weitere Vorwürfe zu erheben. Die psychische Belastung war erheblich: "In der ersten Woche war ich fast depressiv. So etwas habe ich bei keinem anderen Club je erlebt." Es war daher nur logisch, dass sein Aufenthalt bei Villarreal von kurzer Dauer war. Solomon wollte selbst weg und wechselte schließlich zu Fiorentina, wo er in der zweiten Saisonhälfte tatsächlich seinen Wert zeigen konnte.
Zurück zu Tottenham unter Roberto De Zerbi
Nach seiner Leihzeit bei La Viola kehrt Solomon im kommenden Sommer zu Tottenham Hotspur zurück. Der Londoner Klub hat ihn bis 2028 unter Vertrag genommen, und er wird die Vorbereitung unter dem neuen Trainer Roberto De Zerbi absolvieren. Fiorentina machte von der Kaufoption keinen Gebrauch, womit ein endgültiger Abgang aus dem italienischen Fußball Realität ist. Was die Zukunft Solomons bei Tottenham bringt, bleibt derzeit offen.
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Source: Via TUTTO mercato WEB (GNews)
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