Alkoholverbot an allen deutschen Bahnhöfen in Kraft – Deutsche Bahn setzt auf differenzierte Kontrollen

Die Deutsche Bahn hat ein flächendeckendes Alkoholkonsumverbot an rund 5.700 Bahnhöfen eingeführt. Verstöße sollen mit Augenmaß geahndet werden – auch an Spieltagen der Bundesliga. Das Verbot ist Teil des Hausrechts und soll für mehr Sicherheit und Sauberkeit sorgen.
Alkoholverbot gilt deutschlandweit
Seit Mitternacht des 14. Oktober herrscht an allen rund 5.700 Stationen der Deutschen Bahn ein Alkoholkonsumverbot – einschließlich der Bahnsteige. Das neue Hausrecht soll den Aufenthalt in den Bahnhöfen sicherer und angenehmer gestalten. Ausgenommen sind Gaststätten innerhalb der Bahnhofsgebäude sowie der Zugverkehr, wo Alkohol in der Regel weiterhin konsumiert werden darf.
Anlass: Überfall auf Bahnmitarbeiter
Auslöser für das flächendeckende Verbot war ein Vorfall in Baden-Württemberg im Juli. Ein 26 Jahre alter Sicherheitsmitarbeiter wurde während einer Ticketkontrolle in einem Regionalzug von einem 36-Jährigen geschlagen und getreten. Bei dem Gerangel fiel der Bahnmitarbeiter durch eine offene Zugtür aus dem fahrenden Zug. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll der Angreifer alkoholisiert gewesen sein.
Kontrollen mit Fingerspitzengefühl
Die Deutsche Bahn betont, dass Verstöße mit Augenmaß geahndet werden. Sicherheitskräfte sollen auf Personen zugehen, die gegen das Verbot verstoßen, im Extremfall droht ein Hausverbot. Bahnsprecherin Anja Bröker unterstreicht, dass das Verbot auch an Spieltagen der Bundesliga gilt – die Bahn setzt dabei auf differenzierte Durchsetzung statt Härte.
Bewährte Praxis an großen Bahnhöfen
An knapp 40 großen Bahnhöfen wie den Hauptbahnhöfen in Köln, Berlin, München, Hamburg, Kiel und Heidelberg ist Alkohol bereits seit Jahren verboten. Die Bilanz fällt positiv aus: Weniger Konflikte, weniger Müll und ein verbessertes Wohlbefinden bei Reisenden und Personal – so die Erfahrung der Bahn.
Bahnhofsmission fordert gleiche Behandlung
Mirko Schwärzel von der Bundesgeschäftsführung der Bahnhofsmission begrüßt die Initiative grundsätzlich, mahnt aber zur Vorsicht. Das Verbot dürfe nicht zu Ungleichbehandlung und Stigmatisierung führen – Feiernde, Fußballfans und wohnungslose Menschen müssten gleichermaßen behandelt werden. Schwärzel warnt zudem vor einer Verdrängung des Alkoholkonsums ins unmittelbare Bahnhofsumfeld.
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Source: Via Mannheimer Morgen (GNews)
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